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  • Therapie der Zukunft: we fight your cancer

Einsatz von Alphastrahlern in Radiopharmazeutika für die Krebsbehandlung

Im fortwährenden Kampf gegen Krebs haben sich die Radiopharmazeutika als wirksame Waffe erwiesen, und Alphastrahler wie Actinium-225, Astatin-211 und Blei-212 gewinnen schnell an Bedeutung. Diese Alpha-emittierenden Isotope revolutionieren die Krebsbehandlung und bieten eine gezielte Therapie mit dem Potenzial, bösartige Zellen auszurotten und gleichzeitig die Schädigung des umgebenden gesunden Gewebes zu minimieren.

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Neukonzipierung der Behandlungszeitpläne: 177Lu-PSMA in frühen Stadien vor konventionellen Therapien

Die Radioligandentherapie (RLT) mit 177Lu-PSMA erhielt in den USA die erste Zulassung als letztmögliche Behandlung, nachdem alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Eine ganze Reihe laufender Studien untersucht jedoch das Potenzial für den Einsatz dieser Therapie zu einem früheren Zeitpunkt im Verlaufe der Krankheit, da sie sich als sicher, wirksam und mit geringem Nebenwirkungsprofil erwiesen hat. Tatsächlich ist die Radioligandentherapie sehr sicher. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass sogar 6 Sitzungen sehr gut vertragen werden, was diese Behandlung zu einer praktikablen Option als wiederkehrende Therapie im Falle eines Rezidivs macht.

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177Lu-DOTATATE in der Behandlung von Meningeomen

Die Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT) im Bereich der neuroendokrinen Tumore (NETs) hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt, indem sie die Überexpression von Somatostatinrezeptoren nutzt, die für diese Tumore charakteristisch ist. Das gleiche Rezeptor, Somatostatinrezeptor 1 & 2 (SSTR1 / SSTR2), ist auch bei nahezu allen Meningeomen vorhanden, was PRRT zu einer tragfähigen Behandlungsoption macht. Mehrere Studien haben die Wirksamkeit von PRRT (177Lu-DOTATATE) bei Patienten mit Meningeom untersucht und dabei stets deren Wirksamkeit nachgewiesen, insbesondere bei der Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS).

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Präzisionskraft entfesselt: Die revolutionäre Bedetung von 68Ga-PSMA PET/CT für die Prostatakrebsbehandlung

Im Bereich der medizinischen Diagnostik hat sich das wegweisende Verfahren der 68Ga-PSMA PET/CT als unersetzbar erwiesen und bietet beispiellose Einblicke in die Einschätzung und Behandlung von Prostatakrebs. Seine außergewöhnliche Präzision ermöglicht es Ärzten, Prostatakrebs auf molekularer Ebene zu visualisieren. Es hat die Diagnose, Stadienbestimmung und personalisierten Behandlungsstrategien für Prostatakrebs revolutioniert, was letztendlich zu einer Verbesserung der Ergebnisse für Patienten führt und die „Landschaft“ der Prostatakrebsversorgung neugestaltet. Im Folgenden finden Sie die Zusammenfassung einer Auswahl neuester Studien.

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Nuklearmedizin – ein vielseitiges Instrument im Kampf gegen vieler Krebsarten

Nuklearmedizin verhilft Patienten zum längeren und qualitativ hochwertigeren Leben

Die Nuklearmedizin ist der am schnellsten wachsende medizinische Bereich, insbesondere in der Krebsbehandlung. Es ist äußerst wirksam und nebenwirkungsarm und bietet den Patienten im Vergleich zu herkömmlichen Behandlungen wie Chemotherapie ein längeres und qualitativ hochwertigeres Leben. Es ist auch sehr vielseitig und findet bei der Behandlung vieler Krebsarten ihre Anwendung. Unsere Klinik bietet nicht nur modernste Therapien wie die Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA oder 225Ac-PSMA sowie die 177Lu-Dotatate-Therapie an, sondern auch das neueste diagnostische Verfahren, 68Ga-FAPI PET/CT. Es eignet sich besonders gut für Krebsarten wie Brust-, Dickdarm- und Bauchspeicheldrüsenkarzinome und stellt einen wegweisenden Ansatz in der diagnostischen Präzision dar. Hier erfahren Sie mehr über FAPI in der Diagnostik.

 

177Lu-PSMA-Radioligandentherapie bei Achtzigjährigen sicher & wirksam

Eine Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit der 177Lu-PSMA-Radioligandentherapie zur Behandlung von mCRPC bei Achtzigjährigen zeigte, dass die Radioligandentherapie auch bei älteren Patienten sicher und wirksam ist. Darüber hinaus zeigten Patienten, die sich zuvor keiner Chemotherapie unterzogen hatten, ein besseres und länger anhaltendes Ansprechen sowohl in Bezug auf das Gesamtüberleben als auch auf das progressionsfreie Überleben.

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177Lu-PSMA RLT und SBRT kombiniert

Die Herausforderung für die Strahlentherapie bei der Krebsbehandlung besteht darin, eine ausreichende, für Krebszellen tödliche, Strahlendosis im Tumor und in den Metastasen zu erreichen, ohne das umliegende gesunde Gewebe wesentlich zu schädigen. Die Kombination der stereotaktischen Bestrahlung (SBRT) und der internen Radioligandentherapie (RLT) 177Lu-PSMA scheint genau der optimale Ansatz zu sein, um die Therapie des oligometastasierten Prostatakarzinoms zu maximieren.

Die neueste Studie hat gezeigt, dass die Kombination von 177Lu-PSMA RLT und SBRT die mediane Energiedosis (BED) pro Läsion auf 159 Gy erhöhte, und zwar ohne nennenswerte größere Nebenwirkungen, während externe Strahlung alleine selten 70 Gy überschreitet.

Die SBRT wird im Anschluss an die RLT angewendet, um die verbliebenen PSMA-positiven Metastasen gezielt zu bekämpfen. Die Kontroll- PSMA PET/CT nach der RLT ermöglicht es, solche Läsionen mit höchster Präzision zu erkennen und zu lokalisieren. in Kooperation mit unseren Partnern für Cyberknife, SBRT und Protonen-/Kohlenstoffionentherapien bietet unsere Klinik diese Therapien präzise aufeinander abgestimmt an. Wir bemühen uns, unseren Patienten in ihrem Kampf gegen Krebs immer die modernste onkologische Behandlung auf höchstem Standard zu bieten.

Bei metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs ist 68Ga-FAPI dem 18F-FDG überlegen

Krebs ist heimtückisch. Er schafft sich bereits vor der „Einpflanzung“ der eigentlichen Krebszellen eine spezifische Mikroumgebung, welche die Erkennung im entscheidenden Frühstadium erschwert. Mit dem neuen „Tracer“ zum Nachweis des FAP-Alpha-Rezeptors auf krebsassoziierten Fibroblasten (CAF) ist es nun möglich, diese Fingerabdrücke von Krebs zu entdecken, ähnlich wie beim Fingerabdruckpulver. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die therapeutische Entscheidungsfindung drastisch, wie die neueste Studie zeigt.

Eine andere Studie hat die Überlegenheit der 68Ga-FAPI-PET/CT gegenüber 18F-FDG, der Hauptstütze der onkologischen Diagnostik, bei der Erkennung von Metastasen und lokalen Rezidiven des fortgeschrittenen metastasierten Bauchspeicheldrüsenkarzinoms bestätigt. Darüber hinaus war die Intensität (SUV) der Läsionen auf den Scans höher. FAPI zielt auf die Mikroumgebung solider Tumoren ab, die insbesondere bei Krebsarten wie Sarkomen, Brust-, Dickdarm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs auftreten. Es versteht sich von selbst, dass eine genauere Diagnostik eine bessere Therapieentscheidung ermöglicht. 68Ga-FAPI ist in unserer Klinik erhältlich. Kontaktieren Sie uns für eine Beratung und einen Termin.

Lesen Sie hier mehr über die FAPI-Diagnostik.

Radioligandentherapie mit Terbium-161

Die PSMA-Radioliganden-Therapie mit dem Lutetium-Isotop 177Lu hat sich als sehr wirksam im Kampf gegen das metastasierte Prostatakarzinom erwiesen. Dennoch gibt es immer noch einen Anteil von Patienten, die nicht auf diese Behandlung ansprechen. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Strahlendosis, die an die Krebszellen abgegeben wird, zu gering ist um sie abzutöten. Daher experimentieren Wissenschaftler nun mit einem anderen Isotop, Terbium-161 (161Tb), das neben Betastrahlung ein breiteres Spektrum an Energien aussendet, nämlich Konversions- und Auger-Elektronen. Es hat ähnliche Zerfallseigenschaften wie 177-Lutetium, eine Halbwertszeit von etwa 7 Tagen, aber eine höhere Zerstörungskraft aufgrund der Koemission von Konversions- und Auger-Elektronen. Deren geringe Strahlungsreichweite ermöglicht es, die gesamte Energie direkt in den Krebszellen freizusetzen, ohne die benachbarten gesunden Zellen zu schädigen.

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PSMA PET/CT zur Evaluierung des Ansprechens auf die Behandlung mit Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitoren (ARPI)

PSMA PET/CT ist die aktuell herkömmlichste diagnostische Methode für die Stadienbestimmung von Prostatakrebs, insbesondere metastasiertem, und für die Therapiewahl (die Eignung der Radioligandentherapie 177Lu-PSMA). Die neueste Studie hat gezeigt, dass sie auch dafür verwendet werden kann, um die Wirksamkeit der Behandlung mit Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitoren (ARPIs) zu bewerten.

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Radiopharmazeutische Therapie auf dem Weg, früher im Krankheitsverlauf eingesetzt zu werden

Die PSMAfore-Studie von Novartis (Phase-III-Studie von 177Lu-PSMA-617 bei Taxan-naïven Patienten mit mCRPC) hat nicht nur ihren primären Endpunkt des radiographischen progressionsfreien Überlebens (rPFS) erreicht, sondern auch erstaunliche Ergebnisse gezeigt, die durchaus das Potenzial haben, die klinische Praxis entscheidend zu verändern. Die Daten wurden bei der ESMO-Konferenz 2023 präsentiert. Das mediane rPFS (radiographisches progressionfreies Überleben) beträgt 12 Monate bei Patienten vor Chemotherapie im Vergleich zu nur 5,6 Monaten in der Kontrollgruppe unter Standardbehandlung. Mit weniger Grad 3-Nebenwirkungen ist die Radioligandentherapie (RLT) sogar besser verträglich. Die Ergebnisse suggerieren - je früher im Krankheitsverlauf die RLT eingesetzt wird, desto effektiver wirkt sie. Unsere eigene klinische Erfahrung in Minute Medical bestätigt dies in entsprechenden Fällen ebenfalls.

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177Lu-DOTATATE wirksam gegen gastroenteropankreatische NETs (GEP-NETs) G2 und G3

Obwohl es sich um eine seltene (orphan, vom Englischen „Waise“) und langsam wachsende Krebsart handelt, sind einige neuroendokrine Tumoren (NETs) mit einer schnellen Progression und einer schlechten Prognose verbunden. Die ursprüngliche Zulassung für 177Lu-DOTATATE (Lutathera®) basierte auf den Ergebnissen der NETTER-1-Studie für inoperable NETs im Dünndarm. In der Netter-2-Studie hat 177Lu-DOTATATE seine Wirksamkeit nun auch bei Patienten mit fortgeschrittenen Grad-2 und -3 gastroenteropankreatischen NETs (GEP-NETs) unter Beweis gestellt, und zwar als Erstlinienbehandlung für neu diagnostizierte Patienten.

FAPI molekulare Diagnostik

Das Fibroblasten-Aktivierungsprotein (FAP) wird in der Tumormikroumgebung oder im Stroma von über 90% der soliden Tumore überexprimiert, was es zu einer vielversprechenden Zielstruktur sowohl für die Therapie als auch für molekulare Bildgebung macht. Die auf FAP abzielende molekulare Bildgebung hat in der Krebsdiagnostik schnell an Bedeutung gewonnen. Es ist besonders nützlich im Falle von Tumoren mit einer starken desmoplastischen Reaktion (=Bildung von fibrösem Gewebe), wie Brust-, Dickdarm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

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177Lu-PSMA in Taxan-naïven Patienten

Nach dem Ende der VISION-Studie, in der sich 177Lu-PSMA als wirksame Behandlung von metastasiertem Prostatakrebs erwiesen hat, stellte sich die nächste Frage: Funktioniert es noch besser, wenn es früher im Krankheitsverlauf eingesetzt wird? Eine spannende Studie hat nun gezeigt, dass 177Lu-PSMA vor der Chemotherapie tatsächlich wirksamer ist.

Die Metaanalyse wurde entwickelt, um den Einfluss einer vorangegangenen Taxan-Chemotherapie auf das Ansprechen und Überleben bei mCRPC-Patienten nach 177Lu-PSMA RLT zu untersuchen. Sie fasste 13 Studien mit insgesamt 2.068 Patienten zusammen. Die Ergebnisse waren:

  • Taxan-naïve Patienten hatten eine 1,82-fach höhere Wahrscheinlichkeit für ein biochemisches Ansprechen, d.h. eine 1,8-mal höhere Wahrscheinlichkeit, dass der PSA-Wert nicht ansteigt.
  • Der Taxan-naïve Status war ein Prädiktor für beides: signifikant besseres progressionsfreies Überleben (über 40%) und Gesamtüberleben (über 46%).

Eine weitere klinische Studie, die derzeit durchgeführt wird, untersucht die Wirksamkeit parallel zur antihormonellen Androgenentzugstherapie. Die Ergebnisse werden im 3. Quartal 2024 erwartet.

Herstellung der Radioliganden

Herstellung der Radioliganden

Die Herstellung von Radioliganden ist ein extrem komplexer und zeitkritischer Prozess, da die Radiopharmaka innerhalb weniger Tage nach der Synthese direkt zu den Krebszellen „transportiert“ werden müssen. Darum geht es bei der personalisierten gezielten Strahlentherapie, einem „Game-Changer“ in der Onkologie. Ein eigenes Labor und hochqualifizierte Radiochemiker helfen uns, unsere Patienten zeitgerecht und mit der größtmöglichen Flexibilität zu versorgen.

Bildgebungs-Biomarker von Dual-Tracer-PET-MRT zur Prognose von klinisch signifikantem Prostatakrebs

Einige Prostatakrebsfälle entwickeln niemals Metastasen bzw. klinische Symptome und werden als klinisch insignifikant definiert. Eine exakte Diagnostik, die in der Lage ist, zwischen klinisch signifikanten und insignifikanten Läsionen zu unterscheiden, führt zum besseren Krankheitsmanagement. Die neuesten Forschungen unserer Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass die kombinierte Hybridbildgebung mit [18F] Fluormethylcholin (FMC) PET und [68Ga]Ga-PSMAHBED-CC conjugate 11 (PSMA)-PET eine höhere Sensitivität für die Erkennung des klinisch signifikanten Prostatakarzinoms im Vergleich zur alleinigen multiparametrischen MRT erreichte. Das PSMA PET ist bei diesem Hybridansatz die führende Methodik und ist in dieser Hinsicht tatsächlich zuverlässiger als die alleinige MRT.

Unsere Statistik RLT 177Lu-PSMA

Wie viele Studien zur Radioligandentherapie (RLT) mit 177Lu-PSMA belegen, führt die Senkung des PSA-Wertes von über 50% zu einer statistisch signifikanten Erhöhung des Gesamtüberlebens. Die Ergebnisse unserer Klinik zeigen die Reproduzierbarkeit dieser Daten. Nach 3 Sitzungen von 177Lu-PSMA nimmt der PSA-Wert um durchschnittlich 68% ab. Die Erhaltung von Remissionen und die Steigerung der Lebensqualität unserer Patienten bleiben auch in Zukunft unsere Ziele.

Pluvicto® Zulassung durch EMA

Nach der FDA-Zulassung im März 2022, hat im Dezember 2022 auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) Pluvicto® (Lutetium (177Lu) vipivotid tetraxetan) von Novartis für die gezielte Radioligandenbehandlung von Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, das auf seiner Zelloberfläche PSMA aufweist (also PSMA-positiv ist), zugelassen. Die EMA-Zulassung beruht auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie VISION, in der "die Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617 das bildbasierte progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben verlängerte, wenn sie begleitend zur Standardversorgung bei Patienten mit fortgeschrittenem PSMA-positivem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs verabreicht wurde"[1]. Pluvicto® soll zusammen mit der Androgenentzugstherapie bei den Erwachsenen angewendet werden, die zuvor mit Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitoren bzw. Taxan-Therapie(n) behandelt worden waren. „Das Lutetium-177-PSMA wurde federführend vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Universität Heidelberg entwickelt.“[2]

[1] https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/nejmoa2107322

[2] https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2022/news059-metastasierter-prostatakrebs-zulassung-pluvicto-lutetium-177-psma-617-europa.php 

Interview mit einem Patienten, September 2022 (Englisch)

 

Beim Patienten A.G., 72 Jahre alt und selbst Molekularbiologe, wurde im September 2018 ein metastasiertes Prostatakarzinom diagnostiziert. Nach der konventionellen Standardbehandlung (Chemo- und antihormonelle Therapie) gab es noch Residuen des Primärtumors in der Prostata sowie Lymphknoten- und Knochenmetastasen. Bis heute hat sich A.G. im Laufe von drei Jahren 9 Sitzungen (3 Zyklen) der 177Lu-PSMA-Therapie unterzogen; beginnend mit einem neuen Zyklus sobald bei der Kontrolle mittels 68Ga-PSMA PET/CT PSMA exprimierende Läsionen detektiert wurden. Die Therapie war für A.G. äußerst erfolgreich: hohes Ansprechen und nahezu keine Nebenwirkungen. Die gezielte Radioligandentherapie bringt uns dem Ziel, Prostatakrebs zu einer weiteren behandelbaren chronischen Erkrankung zu machen und gleichzeitig eine hervorragende Lebensqualität zu erhalten, ähnlich wie z.B. bei  Diabetes, ein großes Stück näher.

FAPi-basierte zielgerichtete Theranostik zur Behandlung von radiojod-refraktärem differenziertem Schilddrüsenkrebs

Die von dem All India Institute of Medical Sciences durchgeführte Studie der FAPi-basierten Therapie mit Lutetium-177 sollte die therapeutische Wirksamkeit und Sicherheit von 177Lu-DOTAGA.(SA.FAPi)2 in Patienten mit Radiojod-refraktärem differenziertem Schilddrüsenkarzinom untersuchen. 15 stark vorbehandelte (mindestens 2 Linien vorheriger Behandlung mit Lenvatinib und/oder Sorafenib) Patienten mit fortschreitender Erkrankung wurden auf der Grundlage von FAPi PET/CT ausgewählt. Mit 8-wöchigen Intervallen wurden durchschnittlich 3 Sitzungen mit je 2GBq durchgeführt.

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EAU aktualisiert ihre Prostatakarzinom-Leitlinien

Nach Abschluss der „Vision“-Studien beginnen die urologischen Fachgesellschaften nun schrittweise, ihre Prostatakarzinom-Leitlinien anzupassen, sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Die EAU empfiehlt jetzt:

  • PSMA-PET/CT (mit Galium-68 oder Fluor-18) als genauere diagnostische Methode als CT und Knochenscan für die Stadienbestimmung des Hochrisiko-Prostatakarzinoms (PSA > 20 ng/ml oder GS > 7 oder klinisch tastbarer Tumor in beiden Lappen (cT2c)),
  • 177Lu-PSMA als empfohlene Therapie der Wahl für vorbehandelte (ADT) mCRPC-Patienten mit einer oder mehreren metastatischen Läsionen, die einen hohen Grad an PSMA aufweisen (auf dem diagnostischen PET/CT-Scan mit radioaktiv markiertem PSMA).

https://uroweb.org/guidelines/prostate-cancer/summary-of-changes

Beides ist verfügbar in unserer Institution.  Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin.

Nukleartheranostik: Was kommt als nächstes?

Während die Theranostik das Gesamtüberleben und die Lebensqualität von NET- und Prostatakrebspatienten immens verbessert hat und zunehmend zum festen Bestandteil wird, arbeitet die Wissenschaft unermüdlich an der nächsten großen Sache – der krebsartübergreifenden Theranostik auf Basis des Fibroblasten-Aktivierungs-Proteins (FAP), das in den krebsassoziierten Fibroblasten (CAF) vorkommt. Für die Behandlung vieler häufig vorkommender Krebsarten wäre dies wirklich revolutionär. First-in-Human (Erstanwendung am Menschen) PET/CT-Studien mit 68Ga-FAPI haben hervorragende Ergebnisse gezeigt. Ein für die therapeutischen Zwecke besser geeignetes Ligandenderivat ist in Reichweite.

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Knochenmetastasen, Prostatakrebs und Theranostik

Knochenmetastasen sind aufgrund der einzigartigen Mikroumgebung im Knochen häufige sekundäre Tumoren vieler Krebsarten wie Brust- (70%), Prostata- (85%), Lungen- und Nierenkrebs (40%). Krebs metastasiert meist ins axiale Skelett (d.h. Knochen des Rumpfes und des Beckens) und nicht ins appendikuläre Skelett (Gliedmaßen und Schulter- und Hüftgürtel) entlang der Verbreitung des roten Knochenmarks.

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Ga-68 zeigt Überlegenheit gegenüber F-18 in PSMA-PET/CT zur Stadienbestimmung von Prostatakarzinoms

Aufgrund seiner längeren Halbwertszeit und höheren Produktionskapazität im Vergleich zu Gallium-68, wird Fluor-18 Isotop häufig zur Durchführung von PSMA-PET/CT in der Stadienbestimmung von Prostatakarzinoms verwendet. Die jüngste Studie zeigte jedoch die Überlegenheit von Ga-68 gegenüber F-18 infolge der fokalen unspezifischen Aufnahme von F-18 in den Rippen- und Beckenknochen. Ohne zusätzliche Nachuntersuchungen oder morphologische Korrelate kann dies als Knochenmetastasierung fehlinterpretiert werden. Während die unspezifische Aufnahme in anderen Geweben und die physiologische Aufnahme in den Ganglien herausgefiltert werden kann, führt die Knochenaufnahme tendenziell zu falscher Interpretation und Fehldiagnose. Knochenmetastasen treten ja bei 10% der Patienten mit dem neu diagnostizierten Prostatakarzinom und bei 80-90% der Patienten im fortgeschrittenen Stadium auf. Eine „Overstaging“ des Patienten kann zu mangelhaften Therapieentscheidungen führen, insbesondere bei einem biochemischen Rezidiv. Lesen Sie mehr.

PSMA Therapie mit restriktiverem Schema von nur 4-Wochen Abstand

Wie oft wird die Lu-PSMA-Behandlung durchgeführt? Der übliche Zyklus besteht aus 3 Therapiesitzungen mit einem Abstand von 6 bis 8 Wochen dazwischen. Unser restriktiveres Behandlungsschema von 3 anfänglichen Sitzungen mit einem Abstand von nur 4 Wochen dazwischen zeigte >80% Ansprechraten selbst bei stark vorbehandelten Patienten. Für diese Behandlung spielt es keine Rolle, wo die Metastasen sind: Lymphknoten, Knochen, Lunge, Leber oder sogar Tumor in der Prostataregion selbst. Die üblichen "Opfer" von PSMA-Liganden, die Speicheldrüsen und Nieren, sind unter diesem Schema nicht signifikant betroffen. Lesen Sie mehr darüber hier.

Andere wissenschaftlichen Publikationen unseres Teams zu diesem Thema finden Sie hier.

PSMA verbessert die Lebensqualität der Patienten mit Prostatakarzinom

Am Freitag, den 17. September 2021, gab Novartis die weiteren positiven Ergebnisse der VISION-Studie bekannt: die Therapie mit 177Lu-PSMA-617 verzögert das Fortschreiten körperlicher Beschwerden und das Einsetzen von Schmerzen bei Patienten mit mCRPC. Neben der Erhöhung der Gesamtüberlebensrate und der Verzögerung der Tumorprogression, verbessert diese bahnbrechende Therapie somit auch die Lebensqualität. Lesen Sie mehr

NCCN fügt PSMA-PET-Bildgebung zu Prostatakrebs-Richtlinien hinzu

National Comprehensive Cancer Network, eine Allianz von Krebszentren in den USA, deren Richtlinien in der Onkologie auf die Behandlung von Krebs angewendet werden, hat die 68Ga-PSMA-PET-Bildgebung zu ihren klinischen Praxisrichtlinien für Prostatakrebs hinzugefügt. Darüber hinaus, erkannte NCCN die hohe Präzision dieses Diagnosewerkzeugs als primäre alleinige Methode und strich die konventionelle Bildgebung als notwendige Voraussetzung für PSMA-PET. Lesen Sie mehr in Urology Times.

Ergebnisse der Phase-III-Studie VISION bekanntgegeben

Am 23. März 2021 gab Novartis positive Ergebnisse der Phase-III-Studie mit der Radioligandentherapie 177Lu-PSMA-617 bei Patienten mit metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) nach vorheriger Taxan- und mehreren Androgenrezeptor-gerichteten Therapien (ARDT) bekannt.

Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 20,9 Monaten zeigte die Therapie eine um einen Median von 4,0 Monaten erhöhte Gesamtüberlebensrate sowie eine Verzögerung der Krebsprogression um einen Median von 5,3 Monaten bei Patienten, die sich einer Kombination aus 177Lu-PSMA-617-Behandlung und der besten Standardtherapie unterzogen hatten, im Vergleich zur Kontrollgruppe unter der besten Standardtherapie allein.

Die Vorteile der 177Lu-PSMA-617-Therapie zeigten sich unabhängig von der angewandten Standardtherapie, demografischen Merkmalen oder vom Krankheitsbild. Ein Rückgang des PSA um 50% bis 80% (PSA-Anstieg ist normalerweise mit Tumorwachstum verbunden) war in der 177Lu-PSMA-617-Gruppe ebenfalls signifikant häufiger.

Diese ermutigenden Ergebnisse veranlassten Novartis, neue Phase-III-Studien zu starten: bei Patienten, die sich noch keiner Chemotherapie unterzogen haben, und in einem noch früheren Stadium - die Kombination von 177Lu-PSMA-617 mit antihormoneller Therapie vs. antihormoneller Therapie allein.

Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Markus Hartenbach konnte die diagnostische Wertigkeit der PSMA PET/MRT bei Prostatakarzinoms zeigen

Arbeitsgruppe um Ass. Prof. Dr. Markus Hartenbach konnte die diagnostisch herausragende Wertigkeit der PSMA PET/MRT beim stanzbioptisch gesicherten Prostatakarzinoms zeigen. Moderne medizinische Bildgebung gibt genaue Aufschlüsse über die Ausmaße (Staging) des Prostatakarzinoms. Die PSMA-PET/MRT ermöglicht als sogenannte „One-Stop-Shop“-Methode ein exaktes Staging neu diagnostizierter Prostatakarzinome und führt zur Anpassung der Therapie. Das zeigt eine interdisziplinäre Studie der MedUni Wien, die nun im Top-Journal „Clinical Cancer Research” veröffentlicht wurde.

Arbeitsgruppe um Prof.Dr. Hartenbach demonstriert Überlegenheit der PSMA PET in der Diagnostik des Rezidivs des Prostatakarzinoms

Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Markus Hartenbach konnte die Überlegenheit der PSMA PET in der Diagnostik des biochemischen Rezidivs des Prostatakarzinoms auch bei niedrigen PSA-Werten zeigen. Es zeigten sich hervorragende Detektionsraten für die PSMA-PET in der Rezidivsituation: 65% für PSA-Werte zwischen 0.2 und <0.5 ng/ml, 85.7% für Werte zwischen 0.5 und 1 85.7 für Werte zwischen 1 und 2 und schließlich 100% für PSA-Werte über 2,0 ng/ml). Darüber hinaus wurde mittels eines geblindeten Tumorboards der Einfluss auf die Therapieentscheidungen im Vergleich zur Standardbildgebung (CT, MRT) untersucht. Hier konnte gezeigt werden, dass die PSMA-PET in einer enorm hohen Anzahl an Patienten (74.6%) das Therapiemanagement signifikant ändert und metastasengerichtete Therapien ermöglicht (86%). Die Arbeit wurde im Top-Journal „European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging“ veröffentlicht.