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  • Patient consultation at Minute Medical private clinic reception, Vienna
    Therapie der Zukunft: we fight your cancer

Die PSMA-Radioligandentherapie rückt in eine frühere Phase der Prostatakrebsbehandlung vor

Über Jahrzehnte hinweg war die Chemotherapie der Moment, den viele Prostatakrebspatienten am meisten fürchteten – wegen ihrer toxischen Nebenwirkungen. Das erleben wir in unserer Klinik häufig: Männer kommen zu uns, wenn die Chemotherapie der nächste Schritt ist, in der Hoffnung, dass es noch andere Optionen gibt. Die Chemotherapie wirkt, indem sie schnell wachsende Zellen angreift – ein typisches Merkmal von Krebszellen. Doch der Preis einer solchen systemischen Therapie kann hoch sein, da auf dem Weg auch andere natürlicherweise schnell teilende Zellen in Mitleidenschaft gezogen werden. Müdigkeit, Neuropathie, niedrige Blutwerte, Haarausfall …

Die jüngsten Entwicklungen in der klinischen Forschung verändern jedoch die Behandlungsabfolge beim fortgeschrittenen Prostatakrebs. Studien wie PSMAfore (die kürzlich zur FDA-Zulassung für einen früheren Einsatz führte) und ENZA-P, in denen jeweils ¹⁷⁷Lu-PSMA vor einer Chemotherapie getestet wird, bedeuten einen großen Fortschritt für die Patienten – nicht nur wegen ihrer Wirksamkeit, sondern auch aufgrund eines günstigeren Verträglichkeitsprofils im Vergleich zur herkömmlichen zytotoxischen Therapie.

Die VISION-Studie hatte bereits die Wirksamkeit der ¹⁷⁷Lu-PSMA-Radioligandentherapie bei Patienten nach einer Chemotherapie gezeigt. Die Phase-III-Studie PSMAfore belegte anschließend, dass die ¹⁷⁷Lu-PSMA-Therapie das radiografische progressionsfreie Überleben im Vergleich zum Wechsel auf ein anderes, alternatives ARPI (z. B. Abirateron oder Enzalutamid) nachdem die initiale Hormontherapie nicht mehr wirkt, signifikant verlängert (~11,6 vs. ~5,6 Monate). Die kleinere Phase-II-Studie ENZA-P untersuchte die Kombination von ¹⁷⁷Lu-PSMA mit einem ARPI (Enzalutamid) früher im Krankheitsverlauf und zeigte eine verbesserte Krankheitskontrolle im Vergleich zu Enzalutamid allein.

Die PSMAddition-Studie geht einen Schritt weiter und setzt die PSMA-gerichtete Therapie bereits zusammen mit der Standard-Hormonbehandlung bei Männern mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs ein. Die Studie zeigte, dass die zusätzliche PSMA-Therapie half, den Krebs länger unter Kontrolle zu halten als die Hormontherapie allein, und dass sie möglicherweise das Fortschreiten hin zu einer Therapie-Resistenz verzögern kann.

Diese Studien markieren einen weiteren wichtigen Paradigmenwechsel in der Therapie – hin zu einer stärker personalisierten Behandlung. Alle drei waren bildgestützt und basierten auf PSMA-PET-Bildgebung – das bedeutet, dass die Therapie an der individuellen Tumorbiologie ausgerichtet wird und nicht an starren Therapiesequenzen.

Diese Fortschritte eröffnen die Möglichkeit, eine Chemotherapie zumindest hinauszuzögern und dabei dennoch die Krankheit gut unter Kontrolle zu halten. Die Behandlung des Prostatakarzinoms wird zielgerichteter, personalisierter und menschlicher.

Wenn Sie mit fortgeschrittenem Prostatakrebs konfrontiert sind, kann eine fachärztliche Beratung helfen zu klären, ob PSMA-gerichtete Therapieoptionen für Sie infrage kommen.

PSMA Therapy Earlier in the Prostate Cancer Treatment Sequence